Vortragsmanuskript
Prof. Dr. Stephan Berg
Vortrag Internationaler Club in der Redoute
4. Mai.2011
Eigentlich scheint ja momentan kein guter Zeitpunkt zu sein, um über die Bedeutung und Notwendigkeit von Kunst und Kultur zu sprechen. Schließlich stehen wir ja momentan vor Herausforderungen, die uns ein völlig neues Denken und völlig neue Strategien abverlangen.
Das zeigt schon ein Blick auf die dramatischen Veränderungen unserer globalen Wirtschaftssysteme (von den politischen Umwälzungen ganz zu schweigen). Erst die Finanzkrise, in deren Folge wir lernen durften, dass auch Banken, von deren Existenz wir bislang fast nichts wussten, für das Überleben unserer globalen Volkswirtschaften so wichtig sind, dass sie mit Staats- und damit mit Steuergeld vor dem ansonsten drohenden Bankrott gerettet werden müssen. Dann die sogenannte Eurokrise, in deren Strudel ganze Länder hineingezogen wurden, und nur unter Aufspannung von Rettungsschirmen, deren finanzielle Größenordnung durchaus in dem Bereich der berühmten Dagobert Duckschen Fantastillionen anzusiedeln sind, (zumindest temporär) vor der drohenden Totalpleite bewahrt werden konnten. Ausgang ? Völlig offen.
Spätestens seitdem sollte eigentlich allen klar sein, dass die Welt (anders als Ökonomen das gerne hätten) insgesamt nicht wirklich berechenbar ist, weil sie sich leider, leider weniger an der Logik von Systemtheorien orientiert, als an menschlichen Irrationalismen. An Erwartungen, Ängsten, Projektionen. Umso bemerkenswerter erscheint die Terminologie, mit der unsere Staatenlenker und Spindoktoren versuchen, Ordnung in die momentane globale Unübersichtlichkeit aus Dominofaktoren und Hebelwirkungen, aus geslicten Subprimecredits und einstürzenden Neubauten zu bringen.
Vor allem zwei Begriffe sind es dabei, die mit einer fast an eine Zauberformel gemahnenden Hartnäckigkeit verwendet werden, wenn es darum geht, uns zu erklären, warum Bank A unbedingt gerettet werden musste, oder Staat B unter einen Rettungsschirm schlüpfen darf, unter den Staat C aber keinesfalls gehört. Sie lauten „alternativlos“ und „systemrelevant“, und sie sind auch deswegen so beliebt, weil sie sich, in hübscher tautologischer Selbstverstärkung wunderbar miteinander kombinieren lassen zur systemrelevanten Alternativlosigkeit oder zur alternativen Systemrelevanz. In beiden Fällen will uns die Terminologie glauben machen, dass es
a) immer noch ein funktionierendes System gibt und
b) jeweils nur einen Weg, wie man es erfolgreich am Leben erhält.
Klar ist dabei allerdings immer: Kultur im weiteren und bildende Kunst im engeren Sinn gehören zu den alternativlosen Systemrelevanzen nicht dazu. Sie sind nämlich in unserer Begrifflichkeit freiwillige Leistungen. Und Freiwilligkeit meint hier eben nicht den selbstbewusst und selbstbestimmt getroffenen Konsens einer Gesellschaft darüber, was sie jenseits des puren Überlebens für wichtig und erhaltenswert hält, Freiwilligkeit versteht sich hier mehr im Sinne einer luxuriösen Zusatzinvestition, die sofort unter dem „kw (kann wegfallen) Verdikt“ steht, sobald die Zeiten etwas frostiger werden. Es scheint so, als hätten wir vergessen, dass Freiwilligkeit eigentlich aus dem Freien Willen entsteht. Und dieser Freie Wille macht nicht nur die zentrale Qualität menschlicher Existenz aus, sondern bedeutet auch, dass alles, was wir uns leisten, und wofür wir uns entscheiden – jenseits von essen, trinken und sterben – im
Grunde dieser Freiwilligkeit unterliegt. Das müsste man wieder als Wert begreifen, nicht als Luxus.
Hilft aber alles nichts. Nur in Sonntagsreden ist Kultur noch ein unverzichtbares Lebensmittel, ein Überlebensmittel, eines, das uns hilft uns von den Mühen der Ebenen zu erheben. Wenn es dann am Ende aber leider doch um die alternativlosen systemrelevanten hard facts geht, dann, sorry, müssen wir leider von der Kultur eben doch ein bisschen Abstand nehmen, weil der Mensch eben von schönen Bildern, Büchern, Kompositionen allein nicht leben kann, und all diese vielen Kulturdinge aber leider dennoch verdammt viel kosten. Nice to have, diese Kultur – in prosperierenden Zeiten zumal, aber, wenn’s eng wird, gibt es doch bitteschön wirklich Wesentlicheres.
Zumal erschwerend ja noch zweierlei dazukommt.
(1) Es gibt so verdammt viel Kultur in Deutschland. So viel wie nirgendwo auf der Welt. Und das ist schon irgendwie schön: Weltmeister der Kultur zu sein, dank unserer föderalistischen Struktur mit ihrem unbedingten, und unbedingt großartigen Willen zur flächendeckenden Rund-Um-Kulturversorgung.. Aber ein bisschen beängstigend ist es auch. Um mal nur von der bildenden Kunst zu reden: Über 300 Kunstvereine, hunderte von Kunsthallen und städtischen Galerien, fast 7000 Museen, davon mehr als 700 reine Kunstmuseen: Wer soll das alles angucken? Geht da überhaupt noch jemand hin?
(2) Es ginge ja noch an, wenn diese Kunst- und Kultureinrichtungen Dinge zeigen und produzieren würden, die man versteht, und die man sich gerne ansieht, weil man sie versteht. Aber nicht mal mehr das klappt so richtig. Nein, so richtig schön ist das mit der Kultur nicht mehr, weil sie – Regietheater hier, sperrige Installationskunst dort – auf eine fast bösartig anmutende Weise die doch so nachvollziehbare Sehnsucht nach barrierefreier Entspannung unterläuft.
Was kann man in dieser Situation tun? Wollen wir, müssen wir kapitulieren, und anerkennen, dass unser großer föderaler Kulturmotor mit seiner großen warmherzigen Idee von möglichst umfassender demokratischer Teilhabe an der Kultur aufgrund akuten Treibstoffmangels nicht nur ins Stottern geraten ist, sondern kurz davor steht einen irreparablen Getriebeschaden zu melden? Wollen wir wirklich Kultur nur noch als rein quantifizierbare Größe begreifen, die sich in der Währung von Einschaltquoten und wirtschaftlicher Effizienz bemisst, und Inhalte für irrelevant hält, sobald sie nicht selbsterklärend sind?
Klar ist: Kunst lebt nicht im Reservat und kann deshalb von all dem, was unsere Welt bewegt, umtreibt und erschüttert nicht ausgenommen werden, also auch nicht von den aktuellen Kürzungsdebatten. Klar ist aber auch: Kürzungen hat die Kultur nicht erst jetzt zu gewärtigen, sie gehören seit Jahrzehnten sozusagen zur conditio sine qua non des Kulturbetriebs. Allem gelegentlichen Geraune von der vermeintlich üppigen und ständig zunehmenden Alimentierung des Kulturbetriebs zum Trotz: In den letzten 2o Jahren sind die Kulturbudgets nicht etwa gewachsen, sondern ständig gesunken. Und auch der geradezu autoerotisch berauschte Sirenengesang der Politik über die Segnungen des Sponsorings und der PPP (Public Private Partnership) haben nicht darüber hinwegtäuschen können, dass Kultursponsoring auch in den besten Boomzeiten der Kapitalmärkte nie mehr als 4-5 % der benötigten Gesamtmittel zur Finanzierung von Kulturprojekten erbracht hat.
(Interessant: Selbst wenn es der Wirtschaft gut geht, gibt sie vergleichsweise schon wenig. Wenn es aber einmal abwärts geht, wird gleich alles gestrichen, und staatliche Verantwortung gefordert).
Wenn es jetzt in den nächsten Jahren zu weiteren und weit härteren Einschnitten in die Budgets kommen wird, dann geht es hier schon lang nicht mehr um Gesundschrumpfen, es geht darum, welche Kultur wir in Zukunft haben wollen. Das heißt: Was wir eigentlich und vor allem brauchen, ist ein anderes gesellschaftliches Verständnis über den Sinn und die Aufgabe von Kultur. Das gilt erst recht für die bildende Kunst, die, auch wenn Sie durch den Boom des Kunstmarktes in den letzten 10 Jahren glamour- und gesellschaftsfähiger geworden ist, immer noch die Kulturdisziplin ist, die sich in ihren Formen und Inhalten scheinbar am weitesten von der Erfahrungsrealität des Publikums entfernt hat.
(muss nicht nach Kunst aussehen, um Kunst zu sein)
Und dabei kann paradoxerweise genau das helfen, was scheinbar der Relevanz und dem Verständnis von Kunst im Wege steht: Ihr Selbstverständlichkeitsdefizit. Also genau der Punkt, der uns vor vielen Kunstwerken befremdet, irritiert, ratlos, vielleicht sogar verärgert stehen lässt, weil sie scheinbar nirgendwo Anknüpfungspunkte bieten, aus denen sich 1) ihr Kunstcharakter (genial gemacht) oder 2) ihre inhaltliche Bedeutung (genial gedacht) erschließen ließe.
Dieses Moment von Verschlossenheit, von Fremdheit des Kunstwerks ist aber nicht etwa ein Problem, aus dem sich die Erschöpfung oder gar die Überflüssigkeit der gesamten heutigen Kunst herleiten ließe, sondern geradezu die Bedingung dafür, dass die Kunst ihre Aufgabe erfüllen kann, also ihre Existenzgrundlage. Als reflexiver Prozess, als Nachdenken über die Welt, braucht Kunst die Distanz zu ihrem Gegenstand als notwendige Voraussetzung, um überhaupt zu einer Formulierung zu kommen, die nicht einfach nur das Vorhandene reproduziert oder perpetuiert, sondern es tatsächlich in einem anderen Licht erscheinen lässt. Kunst ist so gesehen immer eine Schule des Befremdens, die dialektisch funktioniert: Sie stellt eine Entfernung her, die im Sinne der heideggerschen Ent-Fernung auch gleichzeitig eine Nähe bedeutet: Sie rückt etwas weg, um es uns in neuer Ansicht gleichzeitig verfügbar zu machen, als neue Option zur Verfügung zu stellen.
Im Grunde ermöglicht die Kunst uns damit das, was philosophisch gesehen die einzige Chance zu einer grundsätzlichen Selbsterkenntnis ist: Sie trägt dazu bei (man könnte fast sagen: Sie nötigt uns dazu), dass wir uns selbst ein Stück weit fremd werden.
Sie können jetzt natürlich sagen, dass es ihnen ganz wohl in ihrer Haut ist, und dass sie ganz andere Probleme hätten, als ausgerechnet sich selbst zu problematisieren. Aber täuschen Sie sich nicht: In dem Moment, in dem wir das Vorhandene, Gegebene als das Selbstverständliche begreifen, es nicht mehr befragen, hinterfragen wollen, verlieren wir die Möglichkeit uns zu entwickeln. Erst die Differenz zwischen dem, was ist, und dem was sein könnte, schafft die produktive Fallhöhe, aus der heraus sich unsere Gesellschaft entwickelt. Die Befremdlichkeit der Kunst ist so gesehen der Treibstoff, aus dem unsere Gesellschaft wesentlich ihre Zukunftspotenziale schöpft.
5) Konsequenzen:
Für die Museen muss man zu dem Schluss kommen: Doch, es gibt ein richtiges Leben im Falschen:
Es ist kein Problem, dass kulturelle Arbeit heute nicht mehr im Elfenbeinturm / Reservat wirklichkeitsferner, sozusagen „gepamperter“ staatlicher Vollversorgung gedeihen darf. Im Gegenteil: Nähe zur Wirklichkeit hat noch niemandem geschadet.
Man muss sich allerdings über die Konsequenzen klar sein, die daraus resultieren und versuchen, sie so umzusetzen, dass kulturelles Denken und ökonomisches Denken nicht strukturell deckungsgleich werden.
Es geht also im Wesentlichen darum, die ästhetischen Paradigmen als Primat zu begreifen, ohne ökonomische, marketingstrategische Aspekte deshalb außen vor zu lassen.
Was nicht geht: Museum als verlängerter Arm des Marktes: Ausstellungen werden von Händlern finanziert, die die Show kurz im Museum wertsteigernd parken, bevor sie an den nächsten Sammler geht
Was auch nicht geht: Guggenheim-Prinzip: Armani / Motorradshows, jetzt auch durch krenz Demission abgestraft
Und man muss dabei die immer noch die gewaltigen Amplitudenunterschiede zwischen „inkriminierter“ öffentlicher und enthusiastisch beschworener „privater“ Förderung beachten.
Zahlen von W. Clement auf dem Stand von 2000.
Öff. Hand: investierte damals rund 9 Milliarden in Kultur und kulturnahe Bereiche.
Sponsoring: 3 Milliarden, davon aber 2,7 Milliarden für Sport, 300 Millionen für Kunst und Kultur.
Das sind 3% der Kulturfinanzierung.
Tendenz stagnierend. (Vgl. eigene Erfahrungen mit Sponsoren: Das meiste Geld kommt nach wie vor über Sparkassen und Landesbanken, im Grunde von der öffentlichen Hand)
Sicher aber gilt: Man muss die Schubkraft, die der Markt und die Messen der Kunst beschert haben nutzen, nicht bekämpfen.
Positiver Effekt: Es gibt heute viel mehr Möglichkeiten Menschen für Kunst zu begeistern (als Publikum wie auch als potenzielle Sponsoren, Mäzene, Sammler), als noch vor 20 Jahren.
Wenn man diese Energie aufgreift, um das zu promovieren, was sich nicht ohnehin immer in den Vordergrund drängt, es dabei aber so präzise und offensiv annonciert, dass man es nicht übersehen kann, hat man eine Chance Inhalte und Marketingeffekte auf eine kluge Art zu verbinden.
Ausgangspunkt muss immer eine Position der Stärke und des Selbstbewusstseins sein.
Tödlich: Der Versuch, immer dem nachzuspüren, was Politik, Sponsoren, potenzielle Mäzene wollen.
Sehr viel besser: Eigene Ziele offensiv formulieren und damit die Partner gewinnen, die zur eigenen Programmatik passen.
Ziel: Eigene Begeisterung muss sich auf das Publikum / den Sponsor übertragen.
Dann ist auch Glamourfaktor und Einschaltquote des jeweiligen Projektes nicht mehr der alleinige oder alles entscheidende Maßstab.
Vgl. eon-Engagement für MIK, Sasse etc.
Interessant auch: Sponsoren Dinge anbieten, die sich gar nicht direkt auf die Ausstellungen / Sammlungen des Hauses beziehen, aber Schwellenangst reduzieren / Museen als offene gastfreundliche Häuser erscheinen lassen:
Eon sponsert freien Eintritt am Sonntag.
Oder unser Projekt KIK. Wir bieten im Gegenzug Workshops für Azubis von eon.
Notwendig: Kommunikative Präsenz, Lust an Netzwerken (kein Einzelkämpfertum mehr), Museum als Kommunikationsplattform begreifen
So komplexe Inhalte wie möglich formulieren, aber so schwellenarm wie möglich kommunizieren.
Fortiter in re suaviter in modo.
Dabei wird vermutlich kein Weg zurück zu einer luxuriösen Vollfinanzierung der Museen durch die Öffentliche Hand zurückführen (jedenfalls in Deutschland). Das ist auch gar nicht nötig, solange man endlich einmal darüber reden könnten, was Museen eigentlich als Basisfinanzierung und -ausstattung brauchen, um tatsächlich so zu strahlen, wie das die Politik und die Öffentlichkeit immer fordern.
6) Das Museum in Bonn: Eine schöne Festung:
Die Analyse der Bonner Situation: Museen immer ein bisschen zu groß für diese mittlere Stadt gewesen. Darin liegt Chance und Problem:
Chance: Weil man eine große Rostra hat. Häuser an der Museumsmeile haben dieses Hauptstadt-Format, das die Stadt (sympathischerweise) gar nicht ausstrahlt.
Problem: Weil die Ausstattung unseres Hauses bei weitem nicht mit dem äußeren Auftritt Schritt halten kann (Scheinriese, vgl. Michael Ende).
Weiteres Problem: Kulturelle Markenbildung der Stadt setzt ganz auf Beethoven.
Herausforderung: Direktes Nebeneinander von staatlich (und stattlich) finanzierten Häusern: Haus der Geschichte, KAH und kommunalen Häusern, die mit einem Bruchteil arbeiten müssen (KAH 16 Mio., davon 6 Mio. Ausstellungsetat, Kunstmuseum: Ausstellungsetat 300.000)
Daraus resultiert insgesamt: ein etwas gebrochenes / schizophrenes Selbstbewusstsein: Man denkt gern groß (mindestens 1 Mio. Besucher) ohne dieses aus eigener Kraft herstellen zu können)
Dennoch hat das Kunstmuseum Bonn sehr gute Ausgangsbedingungen, um seinen Status als eines der wichtigen deutschen Kunstmuseen in Zukunft noch deutlich auszubauen:
2 Hauptalleinstellungsmerkmale:
(1) Tolle Architektur: 4.700m2 (3.500m2 Sammlung, 1.200m2 Wechselausstellungen), gleichzeitig selbst Kunst und doch zurückhaltend
Immer noch eine der besten Museumsarchitekturen der Republik
Lichtführung,
Fließende Räume,
Gleichberechtigung von Sammlung und Wechselausstellungsräumen
(2) Extrem klares, pointiertes Sammlungsprofil.
Auf der Basis von Macke und den rheinischen Expressionisten
Dt. Kunst nach 1945
(trotz oder wegen Küppersmühle) einziges Haus in Deutschland, das so klar für deutsche Kunst konzipiert wurde.
Dazu: Malereischwerpunkt
Und: Denken in Künstlerräumen
Zusammengenommen: Hochspezifisches Profil, das jetzt in die Zukunft entwickelt wird
Ziel: weitere Stärkung der spezifischen Identität des Hauses, seiner Unverwechselbarkeit. Nur das macht ein Museum überlebensfähig.
Unser Credo: Nicht von allem etwas, sondern nur Manches, das aber exquisit.
Neue Elemente:
- Emotionalerer, erkennbarerer Auftritt: neues CI (roter Punkt: Das Museum sagt auch mal „ich“)
Neuer Kunstpreis START
Schwerpunkt deutsche Kunst im internationalen Kontext:
Vgl. Sammlung: Grosse, Skreber, Daniel Richter, G. Richter, Polke mit Schiess, Katz, Frieze, D. Reed.
Weniger Projekte: Dafür die wenigen mit mehr Gewicht.
5 Programmlinien:
Klass. Moderne
Paradigmatische deutsche Künstler: a) Erstausstellungen (Tobias, Roth, Rosefeldt) b) mid Career (Kummer) c) Stars: Trockel, Ackermann
Internationale Gegenwartskunst: Solakov, de Keyser, Wurm,
Thematische Ausstellungen: Ferne Nähe
Regional: Bonner Kunstpreis
Immer: in enger Vernetzung mit der Sammlung
Sammler:
Enge Zusammenarbeit mit Großsammlern mit klaren Verträgen auf Augenhöhe (vgl. Grothe / Ströher Problem)
Ziel: Echte Substanzmehrung für die Sammlung
Zusammenarbeit nur mit Sammlungen, die insgesamt und nicht nur in kleineren Teilen zum Haus passen. KiCo / Mondstudio / Scharpff
Haus zentral im Rheinland und NRW verankern („Der Westen leuchtet“).
Am schönsten wäre dabei, wenn sich das erfüllte, was Peter Sloterdijk vom Museum insgesamt erwartet: Dass es eine „Schule des Befremdens“ wird.
Das heißt nicht, dass man am Ende kopfschüttelnd wieder herauskommen soll.
Sondern es bedeutet, dass der scheinbare Vertrautheitsfirnis über den Dingen zerspringt, und man so im Museum eine Erfahrung macht, die sich, wie das artverwandte Staunen, weder festhalten noch professionalisieren lässt.
So wäre das Museum dann ein Ort, an dem uns die Welt als Fremde bekannt wird und als Bekannte fremd anblickt.
Danke.
